Der Beginn einer neuen Reiseära

"Lundi On Tour"

 Der Beginn einer redimensionierten Reiseära. Wir hatten uns Anfang 2021 auf ein Umdenken bezüglich fernen Reisedestinationen geeinigt! So sind wir zum Schluss gekommen dass wir künftig unsere Reiseaktivitäten auf "Ums-Hus-Um" rund ums Haus herum beschränken werden. Ein Wort zum Begriff Ums-Hus-Um: Das umfasst das Gebiet vom Nordkapp bis zu den Griechischen Inseln und von Portugal bis zu Donaudelta, ein Gebiet wo wir noch viele weisse Flecken haben.

 

Das hatte zur Folge, dass wir uns von unserem Dino (Mercedes Sprinter mit IGLHAUT Allrad und Azalai Wohnkabine), der für unsere neuen Reisebedürfnisse völlig overdressed war,  trennten. Der Dino hat, in den Personen von Iris und Hansjürg, neue, jüngere glückliche Besitzer gefunden.

 

Ein Wandel im Reise-Aktivitäten Radius hiess für uns nun, dass eine Anpassung des Reisefahrzeuges anstand! Ein "Tupper Ware Geschirr" so nennen wir die normalen Camper ist so gar nicht unsere Welt. So kam es, dass wir uns auf Rita's Idee für einen VW California Ocean 4Motion entschieden! Ein Bulli für uns seit jeher  ein Kult Objekt wurde zu unserem neuen Reisefahrzeug. Ein Fahrzeug ab Stange würde uns so gar nicht entsprechen! Deshalb wurde der Bulli bei der Firma Hess in Alpnach ziemlich aufwendig für unsere neuen Reisebedürfnisse brauchbar gemacht. (Klick hier um mehr über den Umbau zu erfahren)

 

Das neue Familienmitglied brauchte natürlich einen Namen "Lundi"Es wird “Lundi on Tour” nein, nein, nicht “Montag on Tour” auch wenn auf französisch Lundi, Montag heisst ist dem nicht so! Wir als bekennende Fans vom Norden haben im 2013 auf Island unsere Liebe zu den Papageientaucher (engl. Puffin) entdeckt. Seit dem haben wir weitere Papageientaucher in Schottland, Irland und Norwegen gesichtet! Der Papageientaucher heisst auf Isländisch - Lunda / Norwegisch - Lundefugl / Schwedisch - Lunnefågel / Finnisch - Lunni. Die Geschichte zum Namen "Lundi"!

 

 

Lundi, Papageientaucher Island 2013
Lundi, Papageientaucher Island 2013

UMS HUS UM 2022

UMS HUS UM, Start 2.5.2022

Das Reisetagebuch

Woche 18 / 2. - 8.5.2022

Reisetag 1 / 2.5.2022: Lange hat es gedauert bis wir wieder richtig auf Achse gehen konnten, im Gegensatz zum ersten Probeeinsatz in Südfrankreich genauer gesagt nach Cap d’Agde, können wir nun auch selber kochen, denn als letzten Streich in der sehr umfassenden Umbausserie war die LPG (Flüssiggasanlage) fertiggestellt worden. Eine LPG Anlage in einem Bulli ist nicht ganz alltäglich. Es war also am 2.5. soweit, dass wir das erste Mal unseren „Lundi on Tour“ in Vollpackung in Richtung Allgäu und Tirol bewegen durften. Dank dem genialen Luftfahrwerk bewegt sich der Lundi, trotz anständiger Ladung auf der Hinterachse, nicht mit einem hängenden Arsch. Die erste Tagesetappe brachte uns von Bern, über Waldshut, Thayngen, dem rechten Bodenseeufer entlang nach Oberstdorf im Allgäu, wo wir uns auf dem Camperstellplatz für die erste Nacht auf der „Ums Hus Um“ 2022 Tour einrichteten. Wir waren hin und her gerissen wollen wir selber kochen oder fussläufig in Oberstdorf essen gehen? Wir entschlossen uns für’s Erstere, so kam es dass wir unsere erste richtige Mahlzeit im Bulli Lundi kochten. Ja die Handgriffe waren noch nicht eingespielt und das Einräumtetris aufgrund des geringeren Platzangebotes ist noch nicht eingespielt und genau definiert. Werden sicher wie bei allen unseren Vorgängerfahrzeugen das Eine oder Andere anders ein- resp. umräumen, das ist ein Prozess.

Reisetag 2 / 3.5.2022: In der Nacht hatte es ordentlich geregnet, schauerartige Regengüsse, es wurde im Bett dadurch noch kuscheliger, am Morgen war der ganze Spuk vorbei ein wunderbarer, jedoch kalter, Bergmorgen nahm seinen Lauf. Wir hatten keinen Grund Stress aufkommen zu lassen. Ja auch die morgendliche Aufsteh- und Packroutine, die Handgriffe mit Frühstück und Fahrbereitschaft sind noch nicht eingespielt. Unsere Weiterreise führte uns über Sonthofen nach Österreich ins Tannthal wo wir, vor Weihnachten 21, eine schöne Woche in Haldensee im Hotel Tirol verbrachten. Dann fuhren wir ins Lechtal runter und der Lech nach bis Warth wo wir eigentlich nach Lech fahren wollten, die Verbindungsstrasse war jedoch wegen Bauarbeiten gesperrt! Dies bescherte uns einen grossen Umweg über das Dorf Sonntag nach Bludenz um dann wieder zurück nach Landeck zu gelangen, statt von Lech nach St. Anton im Tirol abzukürzen. Das tat der Reise keinen Abbruch, die Bergwelt vom Tirol und vom Vorarlberg sind wunderschön. Nach diesem Umweg verfolgten wir unseren groben Plan bis ins Südtirol zu fahren nicht mehr und schlugen unser Nachtquartier kurzerhand auf dem schönen Campingplatz von Prutz auf. Konnten vor dem Lundi späte Nachmittagssonne geniessen bis es erneut kühl wurde und wir uns drinnen gemütlich machten und unser Nachtessen zubereiteten.

Reisetag 3 / 4.5.2022: Auch in dieser Nacht hatten wir Regen jedoch nicht so intensiv wie in der vorangehenden. Der Morgen mit morgendlichen Nebelschleier war speziell mit einem schon fast mystischen Anstrich. Danach machten wir uns auf den Weg in Richtung Südtirol, zwei Strassensperrungen wegen Felsstürzen verlängerte uns die Fahrt um eine gute Stunde, trotzdem kamen wir zu unserem Tagesziel, einem Camper Stellplatz im Dorf Tirol oberhalb Meran. Unsere Ankunftszeit kurz vor Mittag ermöglichte uns einen fussläufigen Ausflug nach Meran wo wir im Stadtzentrum etwas assen und uns in der schönen Altstadt umgesehen haben. Meran eine touristische Stadt die uns immer wieder gut gefällt. Das Wetter war nicht wirklich nach unserem Gusto, unser Meran Besuch war von wiederkehrenden leichten Regenschauern begleitet. Für den Heimweg in unser Camp, der wie ein Adlerhorst oben im Dorf Tirol liegt, oberhalb der Stadt Meran, wählten wir die Einersesselbahn zwischen zwei Regengüssen. Einmal mehr haben wir einen freudigen Tag in Meran verbracht.

Reisetag 4 / 5.5.2022: Das Wetter will nicht so recht, da stellte sich für uns die Frage ob wir unseren Aufenthalt im Alto Adice nicht kürzen wollen um früher zu den Verwandten nach Gozzolina zu fahren! Neuerliche Konsultation der Wetter-App bestätigten unsere Idee, denn die Grosswetterlage prognostiziert für die nächsten Tage keine entscheidende Besserung. So setzen wir uns, statt wie geplant zum Kalterersee, über die Höhenstrassen vom Gampenpass, Fai della Paganella, vorbei an der grossen Skiarena della Paganella, Vigo Lomaso wieder runter nach Riva del Garda. Ein Stellplatz wird es richten für die vierte Nacht dieser „Ums Hus Um“ Reise. Zu Fuss haben wir uns die Veränderungen in Riva angesehen, waren vor Jahren als wir noch surften immer wieder in Riva oder Torbole. Neben den Segelsportarten hat das Montainbiken einen grossen Platz eingenommen, es besteht eine hohe Dichte an Bikegeschäften. Diese spezielle Wetterlage führte auch dazu, dass am See heute kein buntes Spektakel an farbigen Segel oder Kitesurfer zu sehen war, totale Flaute war angesagt!

Reisetag 5,6,7 / 6-8.5.2022: Es hat mit wenigen kurzen Unterbrüchen die ganze Nacht durchgeregnet. Die erste wichtige Erkenntnis ist, der Lundi ist dicht, was man vom Fahrer nicht immer sagen kann! Ja wie auch immer, wir setzten uns auf der linken, Malcesine Seite des Gardasee’s, natürlich wie immer ohne nur einen Meter Autobahn zu fahren, in Richtung Mantova in Bewegung. Und wir haben es wieder getan, trotz kleinerem Platzangebot im Lundi, haben wir im „Outlet Village Mantova“ eingekauft, hmm, wir können es nicht lassen! Ein Ausflug zum Outlet gehört einfach dazu! Anschliessend setzten wir unsere Reise fort um zuletzt im späteren Nachmittag bei Rita’s Verwandten Lucia und Beppi anzuklopfen. Es war wie immer warmer, herzlicher Empfang der mit einem gemütlichen Abend gekrönt wurde.

7.5. Das Wetter nach wie vor nicht unserem Gusto entsprechend, einziger Trost die Bauern in der Umgebung sehnten sich diesen Regen herbei, denn es war, wie übrigens bei uns in der Schweiz auch, im Winter viel zu trocken. Der Tag plätscherte so vor sich hin, wir machten uns unter anderem auf den Weg der ältere Generation, zwei von Rita’s verbliebenen, betagten Tanten Besuche abzustatten. Am Abend hatten wir kurzfristig die jüngere Generation, in einem für uns neuen Agritourismo „Fuori dal Guscio“, eingeladen und es wurde ein toller, sehr gesprächiger Abend mit toller italienischer „Cucina Casalinga“ Hauswein ... bis zum abwinken. Alles in allem ein voller Erfolg!

8.5. Unser 7er Reisetag, die Zeit steht nicht still, wir beenden unsere erste Reisewoche. So wird einem einmal mehr bewusst vor Augen geführt wie schnell die Zeit vergeht. Am späteren Vormittag war ein weiter Besuch angesagt, diesmal bei Sabrina und Alberto mit ihren zwei Jungs, ein Apéro musste sein bevor wir wieder zu Lucia und Beppi zurück fuhren dort war ein Risotto con Salamella angesagt. Um danach nach kurzer, aber heftiger Siesta zu Anna und Luca zu dissloziieren, waren zum Muttertags - Dessert eingeladen. Den Abschluss machten wir an einem kleinen Dorffest, zu Gunsten der Kirche in Gozzolina, wo wir zum ersten Mal die dorfeigene Spezialität „BERTOLDA“ gegessen haben. Bertolda eine Art frittierter Fladen aus Mehl, Wasser, Ei wurde früher als Füller in den armen kinderreichen Familien um die Kinder satt zu kriegen gegessen. Also nur so nebenbei wir wurden auch satt.

 

Woche 18 / 2. - 8.5.2022

Reisetag 8 / 9.5.2022: Das Wetter hat auf Frühsommer gewechselt und wir haben beschlossen uns weiter im den Süden zu begeben. So haben wir uns nach drei Tagen von der Familgia verabschiedet und sind unserer Philosophie entsprechend ohne ein Stück Autobahn zuerst über Mantova, Modena, Sasse Marconi, Empoli nach Volterra gefahren. Dort erwartete uns eines der ersten Sommergewitter, was uns hinderte ins Städtchen zu gehen und wir deshalb etwas früher in die Haia gingen. 

Reisetag 9 / 10.5.2022: Wir wollten früh bereits wieder unterwegs nach Livorno Fährhafen sein, im Netz haben wir etwas von einer 10:00 Uhr Fähre gesehen, diese fährt aber zumindest zur Zeit definitiv nicht so dass wir und auf eine längere Wartezeit einstellen mussten. In Wahrheit fährt die Fähre, von der Moby Line nach Olbia am Abend und 22:00 Uhr. Wir fuhren dann in südlicher Richtung weiter dem Meer entlang zu einem Vorort von Livorno nach Antignano und verbrachten dort den Tag, mit warten, rumlümmeln und gut essen. Auf der Moby haben wir eine Kabine gebucht sonst wird die Nacht sehr lang die Zeiten in denen wir eine Nacht in den Reisesesseln verbrachten sind für uns vorbei!

Reisetag 10 / 11.5.2022: Die nächtliche Überfahrt war so was von ruhig, es war nicht auszumachen, dass wir uns auf einer Fähre befanden. Genau 7:54 Uhr hatte unser Landi Sardischen Boden unter den Rädern, und so soll es auch ein Weile bleiben. Das Tolle du kommst an und bist ausgeruht, denn wir haben auf der Fähre gut geschlafen. Dass wir, im Lundi, weniger Kleider mitnehmen konnten macht sich bemerkbar und wir suchten eine Möglichkeit um zu waschen. Südlich von Olbia fanden in Porto San Paolo einen Campingplatz um so richtig auf Sardinien anzukommen. Zum ersten Mal auf dieser Reise und mit dem Lundi, konnten wir uns so richtig schön einrichten, Markise, Aussenküche aufstellen, so wie die E-Bikes vom Heckträger abladen. Haben uns für ein paar ruhige Tage auf dem Camping Tavolara eingerichtet. In der Kühlbox hatten wir genügend Ware um am Abend zum ersten Mal, auf dieser Reise, den Grill anzuwerfen.